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Islamismus im Internet

Harun und der islamistische Prediger kennen sich im Internet anscheinend gut aus. Webseiten, die für sie wichtig sind, finden sie problemlos und nutzen sie, um Murat zu beeinflussen. Aber nicht nur in dieser Comic-Geschichte, sondern auch in Wirklichkeit spielt das Internet bei islamistischen Extremisten inzwischen eine wichtige Rolle.

Diese nutzen den technischen Fortschritt, um ihre Ideologie zu verbreiten und die Mittel für Propaganda wie auch für den bewaffneten Kampf überall zur Verfügung zu stellen. Dabei hat es seitens streng islamischer Kreise – anders als bei der Einführung des Buchdrucks, Radios oder Fernsehens – anscheinend zu keinem Zeitpunkt einen religiösen Vorbehalt gegen das Internet und seine Nutzung gegeben. Gerade international ausgerichtete islamistische Terrorgruppen (Jihadisten), die im Allgemeinen den Islam und seine Schriften besonders streng auslegen und jede Art von Modernisierung ablehnen, nutzen das World Wide Web (WWW) intensiv für ihre Zwecke. Intensiven und effektiven Gebrauch des Internets macht seit vielen Jahren insbesondere das an 'al-Qaida' (arabisch: "die Basis") orientierte terroristische Netzwerk.
Bereits 1996 entstand eine erste 'al-Qaida'-nahe Internetseite, die nach dem 11. September 2001 geschlossen wurde. Die Zahl solcher Seiten nahm jedoch nach den Terroranschlägen in New York und Washington und besonders nach dem Einmarsch der von den USA angeführten Koalition in den Irak explosionsartig zu. Heute müssen wir von schätzungsweise 4.500 islamistischen Seiten im Internet ausgehen.

Illustration Islamismus im Internet

Die Einrichtung einer solchen Webseite kostet nicht viel Geld und ist technisch und organisatorisch nicht sehr aufwändig. Anders als mit Flugblätter oder Broschüren erreicht man aber im Netz zeitgleich eine enorme Zahl von Menschen weltweit. Ganze Handbücher und Anleitungen, die erklären, wie Kämpfer sich in bestimmten Situationen zu verhalten haben oder wie die Kampfmittel herzustellen oder zu handhaben sind, wurden bereits im Internet zur Verfügung gestellt.

Die Kommunikation im Internet verläuft jedoch nicht nur in eine Richtung: Im Netz eingestellte Inhalte können nicht nur abgerufen werden, sondern man kann sich auch selbst zu Inhalten und Ereignissen äußern und seine Meinung kundtun. Durch Foren und Chatrooms wird ein direkter und schneller Gedankenaustausch ermöglicht. Dies führt dazu, dass zumindest zum Teil die Meinungsbildung heute an diesen Stellen stattfindet. Dabei ergibt sich in einschlägigen Foren eine Diskussion und ein Meinungsbild, wie bestimmte Aktionen islamistischer Terroristen in den Kreisen der Sympathisanten ankommen. Eine solche Rückkoppelung wäre ohne das Medium Internet kaum denkbar.

 

 
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