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Der Islamismus wendet sich gegen die demokratische Gesellschaftsordnung (siehe auch FDGO), die im Grundgesetz verankert ist. Im Mittelpunkt allen staatlichen Handelns steht nach dem Grundgesetz die Würde und die Rechte des Menschen. Die Demokratie basiert ferner auf der Vernunft und Kritikfähigkeit des Menschen, als einem mündigen Bürger in einer aufgeklärten Gesellschaft. Der Islamismus dagegen lehnt ein von Menschen gemachtes Gesetz ab. Alle Regeln sollen auf die Religion zurückgehen. Der Mensch hat laut islamistischer Meinung keine Wahl und muss sich den religiösen Regeln ohne Ausnahme unterordnen. Manche Muslime meinen nun, dass die Anweisungen, die im Koran überliefert sind, und die für die Zuhörer des Propheten, der von ca. 570-632 n. Chr. in Mekka und Medina lebte, bestimmt waren, auch heute für alle Menschen gültig seien. Deshalb dürften die Menschen auch nicht selbst Gesetze erlassen und ihrer Gesellschaft eine politische Ordnung geben. Wenn sie es dennoch tun, müssen sie, weil Irren menschlich ist, zwangsläufig fehlerhafte Ordnungen schaffen, die vor allem Ungerechtigkeiten hervorbringen. Damit Gerechtigkeit herrsche, müsse man sich nach Gott, also nach seinem Wort im Koran richten. Staat und Religion gehörten deshalb unbedingt zusammen.
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Im Koran sind vor allem Ansprachen, Mahnungen, Erinnerungen an frühere Propheten und auch einige Weisungen enthalten, die aber zum Teil im Widerspruch zueinander stehen. Im Laufe der rund 1400 Jahre islamischer Geschichte haben muslimische Gelehrte versucht, auf der Grundlage von Koran und dem Brauch des Propheten eine islamische Pflichtenlehre zu entwickeln, die alle Lebensbereiche umfasst. Diese Pflichtenlehre, die Scharia, enthält religiöse wie auch weltliche Regelungen, die festlegen, was erlaubt und was verboten ist, und welche Strafen auf Übertretung stehen. Ganz einig waren sich die Muslime aber nie über alle Fragen und erst recht nicht darüber, wie die politische Ordnung islamisch "richtig" zu gestalten wäre. Darum ist es nicht verwunderlich, wenn es auch im Islamismus ganz verschiedene Vorstellungen darüber gibt, wie tatsächlich eine "islamische Ordnung" auszusehen hätte. Letztendlich müssten über die vielen strittigen Fragen deshalb auch in einem islamistischen Staat Menschen, entweder Gelehrte, oder diejenigen, die die politische Macht haben, entscheiden. Jede islamistische Gruppierung glaubt aber, dass sie den "wahren" Islam und die "richtige islamische Ordnung" vertreten würde. Und weil sie glauben zu wissen, was wahr, richtig und gut für alle Menschen ist, meinen manche von ihnen, andere Menschen zu ihrem "Glück" sogar mit Gewalt und Terror zwingen zu dürfen. Das dürfen wir nicht zulassen. In unserer freiheitlichen Demokratie können alle Menschen im Rahmen der geltenden Gesetze leben wie sie es für richtig halten und glauben woran sie möchten. "Jeder hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit", steht in Artikel 2 des Grundgesetzes, "soweit er nicht die Rechte anderer verletzt." |
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