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Ein kleiner, aber radikaler Teil der Islamisten stellt den bewaffneten Jihad in den Mittelpunkt seiner religiös-politischen Weltanschauung, die er als "wahren" Islam bezeichnet. 'Al-Qaida' ist der weltweit bekannte Name der Gruppierung, die gegen "den Westen" im Namen des Islam Terror verübt. Ihr Ziel ist die Bekämpfung "des Westens" schlechthin, allen voran der Führungsmacht USA. Ein weiteres Ziel dieser Jihadisten ist es, "den Westen" dazu zu bringen, sich komplett aus der islamischen Welt herauszuhalten: militärisch, wirtschaftlich und politisch. Danach soll der Sturz der bisher vom Westen unterstützen Regime erfolgen und eine "islamische" Herrschaft errichtet werden.Als bin Ladin 1998 zum "Kampf gegen Juden und Kreuzfahrer" aufrief und 2001 die Anschläge in New York und Washington verübt wurden, war 'al-Qaida' noch eine Organisation mit klarer Gliederung und Führungsebenen. Durch den folgenden Antiterrorkrieg und das Eingreifen der Koalitionstruppen wurde die Struktur von 'al-Qaida' weitgehend zerschlagen. Teile davon blieben jedoch als mehr oder weniger miteinander verknüpfte Netzwerke erhalten. Andere regionale islamistische Organisationen bauten ihre Verbindungen zu diesen Netzwerken aus und begannen im Sinne von 'al-Qaida' "westliche" Ziele anzugreifen. Im Irak und in Nordwestafrika haben sich nach 2003 und 2006 eigenständige Gruppierungen gebildet, die sich ausdrücklich 'al-Qaida' angeschlossen und unterstellt haben. Überall, wo regionale Konflikte zwischen Muslimen und Nichtmuslimen ausgetragen werden, bemühen sich Personen aus dem al-Qaida-Netzwerk darum, diese Konflikte zu einem Teil ihres globalen Kampfes zu machen. |
Schließlich sind durch die weltweite Verbreitung ultra konservativer und fundamentalistischer Auffassungen vom Islam durch bestimmte Gruppen und nicht zuletzt die islamistische und jihadistische Propaganda im Internet auch Muslime in Europa zu Sympathisanten und Aktivisten von 'al-Qaida' geworden. Dies bedeutet, dass nicht nur organisierte Gruppierungen, sondern auch einzelne Zirkel und Personen hierzulande einen Terroranschlag gegen westliche Interessen im Sinne von 'al-Qaida' verüben könnten. So ist es in Madrid 2004 und in London im Juli 2005 geschehen. Der Jihadismus legt sich seine Islamauslegung für den Kampf dabei so zurecht, dass seinen Aktivisten alles erlaubt ist. Regelungen zum Jihad und Unterscheidungen im klassischen islamischen Recht, zwischen Angriff und Verteidigung, individueller und gemeinschaftlicher Pflicht, oder Kämpfern und Zivilisten werden überhaupt nicht mehr beachtet. Auch jeder Muslim, der nicht den Jihadismus unterstützt, gilt Jihadisten als Ungläubiger. Damit erscheint es den Jihadisten legitim, jeden zu töten, der nicht zu ihnen gehört.
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